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Fundstücke zu Weihnachten..

Hier sind einige Fundstücke aus dieser Zeit. Es geht um die derzeitige Situation, rechtliche Betrachtungen, Eindrücke, Pressemeldungen verschiedener Verbände und noch mehr. Viel Spaß beim Stöbern und ggf. auch Zufügen. Manches ist “Ganz großes Kino”.

4 Antworten auf „Fundstücke zu Weihnachten..“

Liebe Vertreterinnen und Vertreter der Landespresse,

während die Schüler:innen im Land täglich mit der bitteren Realität der Schule@Corona konfrontiert sind, kümmert sich die Kultusministerin vorzugsweise um ihre politische Karriere. Im Januar müssen die Rahmenbedingungen einer gesundheitssichernden Schule@Corona endlich klar gesetzt sein. Die leistungsorientierten Schüler:innen an den Gemeinschaftsschulen erwarten, dass die Kultusministerin endlich eine positionsgemäße Leistung abliefert.

Für weitere Informationen beachten Sie bitte die beigefügte Pressemeldung des Schüler:innen-Netzwerks im Verein für Gemeinschaftsschulen Baden-Württemberg e.V. Für Fragen und O-Töne stehen wir gerne zur Verfügung, ggf. auch bei unserer Vereins-Pressekonferenz am Donnerstag, 17.12.2020 um 10 Uhr.

Mit besten Grüßen

Raphael Fröhlich, Leiter Schüler:innen-Netzwerk

Nannis Märchenwelt

Im Hickhack um den Betrieb der Schule@Corona bleiben die wichtigsten Akteure des Geschehens außen vor: Schülerinnen und Schüler fühlen sich von den Verantwortlichen in der Politik im Stich gelassen. Während die Öffentlichkeit von verlängerten Ferien spricht, müssen die Lernenden und Lehrenden in den Schulen mit Notendruck und Klassenarbeitswahnsinn zurechtkommen.

Die Schülerinnen und Schüler sind wie viele andere Schulbeteiligten im Land sauer: „Man hatte zehn Monate Zeit, vernünftige Konzepte zu erstellen und hat stoisch die Augen vor den notwendigen Schritten verschlossen, jetzt wird kurz vor den Ferien halbherzig auf Druck des Ministerpräsidenten ein Fernlernbetrieb verordnet, den keiner offiziell vorbereiten durfte“, fasst Raphael Fröhlich, Sprecher des Netzwerks Schüler:innen im Verein für Gemeinschaftsschulen Baden-Württemberg e.V. die Stimmung in der Schüler:innenschaft zusammen.

Statt sich auf mehr Ferientage zu freuen, müssen sich die Betroffenen erst durch einen Berg an Klassenarbeiten und hastig vorgezogene Leistungsnachweise kämpfen. „Es ist ein Wahnsinn – man hat den Eindruck, dass diejenigen, die in der Schulverwaltung diese ganzen Vorgaben machen, keine Ahnung von den realen Abläufen in der Schule haben“, sagt der 17-Jährige. Wie an einer Perlenschnur reihen sich bereits seit Wochen Klassenarbeiten, Präsentationen und Tests aneinander. Für Schüler:innen ist das in der Zeit vor Weihnachten an sich nichts Neues. Doch mit der ohne vernünftigen Vorlauf verkündeten Schließung der Schulhäuser und einer großen Unsicherheit, wie es im Januar mit der Schule@Corona überhaupt weitergehen wird, hat sich der Noten-Stress für Lehrer:innen und Schüler:innen vervielfacht: „Zu der Sorge vor schlechten Noten oder einer fehlenden Grundlage, um als Lehrer:in Noten zu machen, kommt die Angst, sich unter diesen unsäglichen Bedingungen in der Schule oder auf dem Weg dorthin anzustecken und das Virus Zuhause einzuschleppen“, berichtet Fröhlich. Noch immer sind die Busse im Land vollgestopft wie eine Sardinenbüchse. Trotz zahlreicher Reklamationen von Schüler:innen-Seite hat sich daran auch Monate später kaum etwas verbessert.

„Es ist ja irgendwie klar, dass alle versuchen, ihre Noten noch unter Dach und Fach zu bringen. Letztlich ist das eine Pervertierung des Leistungssystems. Genau deshalb braucht es eine klare Ansage aus dem Kultusministerium, wie das in diesem Schuljahr laufen soll“, fordert der Netzwerksprecher. Im letzten Schuljahr habe man gesehen, dass es diesbezüglich durchaus Spielraum gibt. Dass die Verantwortlichen in der Politik so tun, als sei die Situation jetzt exakt vergleichbar mit dem vergangenen Schuljahr, macht Raphael Fröhlich wütend: „Im Frühjahr gab es eine fast reguläre Vorbereitungszeit bis zu den Abschlussprüfungen, wir dagegen haben mittlerweile 40 Wochen Corona-Schule auf dem Buckel – und da ist überhaupt nichts so wie vor der Pandemie“. Die Begrifflichkeit des „Regelbetriebs unter Pandemiebedingungen“ ist für die vernetzten Schüler:innen ein einziger Affront. Nicht zuletzt fehlen Lehrer:innen und es fällt immer wieder Unterricht aus.

Schon seit Wochen erlebt der Oberstufenschüler, wie viel Druck nicht nur auf seinen Klassenkamerad:innen, sondern auch auf den Lehrer:innen lastet: „Die Vorgaben aus dem Kultusministerium müssen eingehalten werden, koste es, was es wolle“, so seine Erfahrung, die Spielräume sind gerade in den Abschlussklassen gering. „Da kommen auch Lehrer:innen, die verstehen, dass wir nicht nur Lern-Maschinen sind, sondern vielseitig interessierte Menschen mit Sorgen, Ängsten und Nöten, an ihre Grenzen – es ist kaum Zeit, etwas anderes zu machen, als ausschließlich den Stoff reinzuschaufeln“, berichtet Fröhlich. Und die Perspektive ist düster: Eine weitere Anpassung von Leistungserwartungen, sowohl für die einzelnen Jahrgangsstufen, als auch für die kommenden Prüfungsdurchläufe ist bisher nicht in Sicht. Die vermeintliche Sorge der Kultusministerin um das Wohlergehen der Schülerinnen und Schüler und die Bildungsgerechtigkeit im Land empfinden die Beteiligten des Netzwerks als blanken Hohn.

Zahllose didaktische Formate und zeitgemäße Lernsettings sind schon vor Monaten der Pandemie zum Opfer gefallen. Lerngruppen, Arbeitsgemeinschaften und Projektteams haben angesichts der Corona-Bestimmungen keine Chance, die Zeichen stehen auf Frontalunterricht. „Es macht den Eindruck, dass die Kultusministerin immer mehr genau die Schule bekommt, die sie und ihre rückwärtsgewandten Parteikollegen so propagieren“, mahnt Fröhlich, „mit der Welt, die draußen auf uns wartet hat das allerdings nur wenig zu tun“.

Für die Schüler:innen im Gemeinschaftsschul-Netzwerk ist klar, dass nicht nur sie teilweise dicke Arbeitspakete mit in die Ferien nehmen: „Wir erwarten, dass die Kultusministerin mit ihrer Truppe über die Ferien endlich ihren Job macht und ein vernünftiges Konzept für die Zeit im Januar vorlegt“. Das Gerede von einer Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts direkt nach den Ferien sorgt unter den Schüler:innen für Beunruhigung. Selbstverständlich sei das Schulhaus zugleich ein sozialer Raum, der für die Schüler:innen einen wichtigen Lebensteil darstelle, so der Netzwerk-Sprecher. Genau deshalb verstehen Fröhlich und seine Mitstreiter:innen auch nicht, dass dieser Ort des Schul-Lebens nicht bereits seit Monaten mit einem sinnvollen Wechselbetrieb geschützt wird, so wie es das Robert Koch-Institut als oberste deutsche Bundesbehörde für Infektionskrankheiten in seinen Empfehlungen vorsieht.

Und auch für anderes haben die jungen Leute kein Verständnis. Dazu Fröhlich: „Dass seit Monaten vollmundig über technisches Equipment und eine 1:1-Ausstattung der Schüler:innen gesprochen wird, da jede Menge Geld rausgehauen wird und zugleich jeder Vorstoß für Hybrid-, Fern- oder Wechsellernen eine Abfuhr der Kultusministerin bekommt, ist ja wohl auch völlig absurd.“

LEB Niedersachen:

Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte… Pandemiesichere Schule ist möglich – wirksamer Infektionsschutz könnte wahr werden.

Es trug sich einmal zu, dass die Menschheit von einer großen Seuche heim- gesucht wurde. Den Bildungsverantwortlichen fiel nichts Besseres ein, als die Kinder kalt zu stellen, um weiterhin den wertvollen Präsenzunterricht anzubie- ten…. Es vergingen Monate und das Land und seine Bevölkerung litten an den gesamtgesellschaftlichen Maßnahmen und die Mär der pandemiesicheren Schule hielt sich wacker…. So ähnlich könnte unsere diesjährige Weihnachtsgeschichte beginnen….

… Vor mehr als einem Monat erschien den Verantwortlichen dann ein Lockdown light ein geeignetes Mittel zu sein, um die Infektionszahlen entscheidend zu senken und den Heiligen Abend im Kreis ALLER Familienmitglieder verbringen zu können. Die Bildungseinrichtungen sollten aber, entgegen gegensätzlicher Empfehlungen wissenschaftlicher Experten – oder waren es Weise aus dem Morgenland? – weiterhin geöffnet bleiben. Aber nur mit einem allumfassenden Infektionsschutz kann das Weihnachtswunder einer „pandemiesicheren Schule“ geschehen und die Menschen in Schule von ihrer Verunsicherung erlösen….
Wann werden uns die guten Gaben Betreuung, Bildung UND Infektionsschutz beschert?

Gegenwärtig müssen wir uns also fragen: Fällt uns nichts Besseres ein, als unsere Schüler*innen kalt zu stellen? Heizen wir Energie weiterhin zum Fenster hinaus? Wann erleben wir Schulalltag wieder ohne ständigen Blick auf Inzidenzzahlen und damit verbundene Wechselszenarien? Lüften, Kniebeugen und Alltagsmasken sind doch eher Methoden aus dem letzten Jahrhundert, die wohl noch aus Zeiten der spanischen Grippe stammen.
Wo sind unsere innovativen Ideen und Konzepte im Land der Dichter und Denker, im Land der Technik und Forschung?

Aus Sicht des Landeselternrates ist für die langfristige Planbarkeit eine bundesweite Zielsetzung erforderlich: Umfassende Investitionen für nachhaltigen Infektionsschutz an allen Schulen Deutschlands! Das ist die einzige Möglichkeit, den hohen Inzidenzzahlen tatsächlich zu begegnen und somit langfristige Planbarkeit und Bildung miteinander zu vereinen. Nach Expertenmeinung sind dafür einmalige Aufwendungen von mindestens 1,5 Milliarden Euro erforderlich. Damit könnte in unseren Schulen auf Grundlage der experimentellen Wissenschaft und dem aktuellen Stand der Forschung Infektionsschutz auch nachhaltig gekoppelt an den Klimaschutz umgesetzt werden. Wir brauchen in jedem Klassenzimmer Deutschlands Luftfilteranlagen und Plexiglastrennwände und damit einhergehend nur auf den Wegen FFP2/3-Masken, damit der Schulweg nicht zum Übertragungsweg wird und der Schulbesuch keine Ansteckung mit Corona zur Folge hat. Das schützt alle an Schule Beteiligten, aber auch deren Familienangehörigen.

Nach Aussage des Kultusministers hatte er bislang keine andere Möglichkeit „als das Fahren auf Sicht, die Möglichkeit, das Infektionsgeschehen zu beobachten, neu zu bewerten und die Maßnahmen entsprechend anzupassen.“ Der Landeselternrat meint: „Lassen wir nunmehr die besinnliche Zeit der Weihnacht nicht vergehen, ohne den Unterrichtsbeginn durch besseren Infektionsschutz vorzubereiten“.

Angesichts der bevorstehenden hohen monatlichen Wirtschaftshilfen von 11 Milliarden Euro ist nicht vermittelbar, dass am Infektionsschutz in Schule nach wie vor gespart wird. Es gilt zu bedenken, dass diese Schulden von unseren Kindern und Kindeskindern abgezahlt werden. Wie sollen wir ihnen später erklären, dass seinerzeit nicht mal einmalig 2 Milliarden für ihren Infektionsschutz bereitgestellt wurden, damit in dieser Krise gute Schule und Bildung für sie umgesetzt werden konnte und sie gesunde Fachkräfte von morgen sein können?

Der Landeselternrat lädt Bildungsverbände, Bildungspolitik und Presse am kommenden Montag ein zum Vortrag und Austausch dieser Lösungsvorschläge in vorweihnachtlicher Online-Runde. Fragen und Antworten werden von Experten begleitet. Einladung folgt! …Damit Wünsche wahr werden…

In Baden-Württemberg zur rechtlichen Situation des Fernlernen und der Schulschließung… Echt der Hammer..

Liebe Elternvertreter,

da erstens bis vor wenigen Minuten tatsächlich noch keine Rechtsgrundlage für den nicht stattfindenden Unterricht ab morgen bestand und mich auch Fragen zu den Hintergründen erreicht haben, möchte ich kurz auf einige Punkte eingehen hierzu eingehen. Sie können das natürlich auch an Ihre Klassen weitergeben, auch wenn der Text zwangsläufig etwas trocken ist.

Seit ca. 23:25 Uhr ist die aktuelle CoronaVO in Kraft, diesmal gibt es keine eigene CoronaVO Schule:

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-landes-baden-wuerttemberg/

Bislang gab es nur das Schreiben der Kultusministerien von Montag früh, das jedoch keinerlei Rechtskraft entfaltet. Auch wenn es die Kultusverwaltung zwar aktuell kaum schafft, sinnvolle Regelungen zu treffen, gelingt es ihr trotzdem immer noch, wenigstens diese Inhalte geradeso formal rechtzeitig festzulegen. Im zurückliegenden Sommer war meist wenigstens noch ein Wochenende zwischen Verkündung und Wirksamkeit, diesmal nur 35 Minuten.

Da in dieser Hinsicht Verlass auf die Verwaltung ist, war es auch konsequent, dass die Schulleitung die vorliegenden Informationen und damit auch die zu erwartenden Regularien möglichst frühzeitig bekanntzugeben.

Durch unseren engen Kontakt mit der Schulleitung weiß ich, dass genauso wie für die ursprünglich strittigen zwei Tage vor Weihnachten wir gemeinsam Fernunterricht für alle Klassen favorisiert hätten inklusive eines Konzepts für zu betreuende Schülerinnen und Schüler.

Der Landeselternbeirat hatte bereits am Montag früh eine Pressemitteilung mit der Forderung nach Fernunterricht für alle (natürlich für alle Schularten noch mit ein paar mehr Ausnahmen) platziert, die weitestgehend auf meinem Entwurf basiert.

https://www.leb-bw.de/media/attachments/2020/12/14/pm_leb_14122020mimd.pdf

Seit gestern habe ich auch juristische Schritte für eine entsprechende Verpflichtung des KM zum Fernunterricht angestrebt, bei denen ich auch relativ weit gelangt war: Letztendlich konnten wir nach Einschätzung eines der führenden Verwaltungsrechtlern vor allem deshalb keine Schritte mit dem Ziel einer einstweiligen Verfügung o.ä. beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim erreichen, weil die zu beanstandende Verordnung noch gar nicht in Kraft war – sondern erst jetzt um 23:25 Uhr. Sie können sich vorstellen, dass es mich noch mehr als das Inhaltliche empört, dass man sich mindestens zum großen Teil einer gerichtlichen Überprüfung entziehen konnte, nur weil der inhaltsgleiche Ankündigungsbrief der Ministerin eben gerade rechtlich wertlos war!

Ich vermute stark, dass auch im Januar das Kultusministerium erneut alle Hebel in Bewegung setzen wird, möglichst viele Anwendungen von Hybrid- oder Fernunterricht zu unterbinden. Vorher habe ich bereits wieder eine lose Verabredung mit „meinem“ Vewaltungsjuristen.

Ich bin der Überzeugung, dass unsere und viele andere Schulen gut vorbereitet gewesen sind, und selbst an den anderen Schulen hätte sicherlich niemand Schaden genommen gegenüber der Alternative längerer Ferien.

Immerhin hat es das KM auch gerade noch so geschafft, meine Alternativ-Email zu vermeiden, mit der ich bei Ausbleiben einer Verordnung verdeutlicht hätte, dass auch morgen Unterricht hätte stattfinden müssen – natürlich entgegen aller infektiologischer Vernunft!

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